Verlängertes Wochenende in Quito

geschrieben von verenahugo | 12 Okt, 2007
Nach unserem Aufenthalt in den Tropen bleiben uns noch 3 Tage in Quito vor der Heimreise. Wir beziehen ein Hotel in der Altstadt, mitten im "Kuchen", dort, wo die Reiseführer sagen, man müsse seine Sachen gut hüten.
Am Samstag Nachmittag und Sonntag besuchen wir die wunderschönen, zahlreichen Kirchen der Stadt. Meistens sind sie in verschiedenen Stilen gebaut, vorwiegend Barock mit maurisch-indigenen Verzierungen; eine reizvolle Mischung, die wir auch in andern Städten Südamerikas angetroffen haben: die Indigenen haben im Auftrag der Spanier Steinmetzarbeiten gemacht und dabei ihre eigenen Symbole und Zeichen gestaltet. Aussen sind die Kirchen weiss, was besonders nachts, wenn sie beleuchtet sind, attraktiv aussieht. Das Innere ist reich mit Gold verziert, am grossartigsten die Compania de Jesus, die Jesuitenkirche, die einem vor lauter Verzierungen und Glanz den Atem nimmt. Die Gottesdienste beeindrucken uns: Die Priester folgen der Liturgie, die Leute in der Kirche sind teils vertieft, andere kommen oder gehen, Familien sind da, Kinder gehen umher, die Orgel ist immer elektronisch, die Melodien einfach, singbar, aber häufig falsch. Viele Familien kommen sonntags nach Quito, um die Bauwerke zu bestaunen.

Jeden Sonntag ist die Stadt bis 15 Uhr verkehrsfrei. Wo wochentags FussgängerInnen ums Überqueren der Strassen kämpfen, spazieren jetzt Leute und ganze Familien radeln auf ihren Fahrrädern. An diesem speziellen Sonntag gedenkt man in Südamerika des 40. Todestages von Che Guevara: auf den Plätzen gibt es Veranstaltungen mit Konzerten, Tanz und Theater.

Am letzten Tag fahren wir zum Äquator, nach Midad del Mundo. Der "alte Äquator" ist 200 m neben dem neuen, mit GPS vermessenen. In einem Museum erleben wir den Äquator hautnah mit verschiedenen Versuchen. Am eindrücklichsten ist uns jener mit dem Wasser-Auslauf in der Badewanne: 1 m südlich des Äquators entsteht eine Spirale im Uhrzeigersinn, 1 m nördlich in der gegenteiligen Richtung!

Jetzt sind wir seit Mittwoch Mittag wieder zu Hause: pünktlich, glücklich, erfüllt, gesund, bewahrt, willkommen. Am Wochenende haben wir die Grosskinder, wir freuen uns auf die beiden Buben, so wie wir uns auch auf den Alltag in Brügg freuen.

Mit diesem Text schliessen wir unsern Bolg ab. Wir danken herzlich für alle Rückmeldungen, auch auf die privaten Mailadressen und hoffen, bald wieder etwas von euch zu hören oder euch zu sehen.

Tropischer Regenwald

geschrieben von verenahugo | 6 Okt, 2007

Seit 5 Stunden sind wir wieder in Quito. In einem schoenen Restaurant geniessen wir ein feines Nachtessen. Draussen “tobt” eine Open-Air –Band: Ca. 3 Harmonien kann der Gitarrist, dafuer alles mit x-100 Dezibel – Welch ein Unterschied zu den Geraeuschen, an die wir uns in den Tropen gewoehnt haben: Voegel, die hoch in den Baeumen rufen, Affen, die auf der Flucht laermen und Froesche oder Kroeten, welche die ganze Nacht bei der Lodge Rufe austauschen.

Doch der Reihe nach: Vorerst beeindruckt der Flug in den Tropenwald: mit einer 15-plaetzigen Turboprop fliegen wir von Quito aus mehr al seine Std ueber die Anden und ueber den unendlichen Wald. Baeume, Baeume, Baeume… und maeandernde Flusslaeufe mit braunem Wasser, ab und zu eine Siedlung, noch seltener eine Landebahn. Das ist der Blick, der sich aus dem Flugzeug bietet. Auf dem Rueckflug gar ein Hagelsturm, einige Luftloecher und zeitweise Blindflug. Wie findet die Besatzung das Ziel? GPS ist die Leitlinie. Beim Hinflug landen wir auf einer Naturpiste; sie ist noch nass vom Regen am Morgen; dann 10’ Fussmarsch zum Fluss und 15’ Kanufahrt zur Lodge.

Die Kapawi-Lodge befindet sich 25 km von der peruanischen Grenze, mitten im Gebiet des Achuar-Volkes. Es ist eine Eco-Lodge; z. T. von Einheimischen gefuehrt, Pfahlbauten mitten in einer Sumpflandschaft, die in der Regenzeit ueberflutet ist. Die Lodge ist liebevoll gefuehrt, der Service ist sehr gepflegt, jedes Zimmer ist ein Bungalow im Anchuarstil mit Balkon, Bad, Moskitonetzen, Haengematte, usw. Der Service ist vorzueglich – wir staunen.

Unsere Gruppe, 10 Leute (5 Paare) besteht aus lauter interessierten und interessanten Leuten: 6 AustralierInnen, 2 aus den USA und wir. Man bietet uns 4 Aktivitaeten pro Tag an: 06.30, 09.30, 15.30 und 20.45 Uhr (mit Stirn- bezw. Taschenlampe). Es sind abwechslungsweise Fussmaersche im Urwald, Ausfluege mit dem Kanu auf dem weit verzweigten Flussnetz oder eine Kombination.

Die Landschaft ist sehr spannend: Dichter Urwald mit viel Unterholz; hier tropft es staendig. Es hat viele Baumarten, Palmen, Straeucher und ab und zu einen riesigen Kapokbaum, mit Brett- und Luftwurzeln und einer immensen Krone, 60 m ueber dem Boden. Das Flussnetz ist grandiose mit vielen Inseln, Seitenarmen und Nebenfluessen. Es fuehrt caramelbraunes Wasser: die Fluesse entwaessern das riesige Gebirge der Anden, muenden alle in den Amazonas und fuehren viel Sand und Sinkstoffe mit sich. Das Amazonasgebiet ist 6ueber 6 Mio km2 gross¡

Wir sehen den grossen Reichtum der Tierwelt: Schmetterlinge so gross wie Papiertaschentuecher, Froesche, Raupen, unzaehlige verschiedene Voegel, Affen, 3-Zehenfaultier, und sogar nachts Krokodile. Die Nachtausfluege mit Lampen sind besonders spannend: Die Geraeusche im Wald und die unzaehligen Insekten faszinieren. Eine ganz laute Kroete ist so gross wie ein Kuhfladen. – Wir sind froh um unsere Fuehrer: ein Eingeborener der Anchuar und ein englisch sprechender Fuehrer. Sie wissen viel, weisen uns auf Tiere hin, erklaeren Zusammenhaenge und feuhren uns auch wieder aus dem Dickicht heraus – ohne sie wuerden wir den Ruechweg nie finden.

Der Achuar-Fuehrer berichtet auch ueber die Eingeborenen, die im Urwald Nahrung, Heilpflanzen aber auch spirituelle Quellen finden. Die Kultur dieser Leute kommt uns besonders nahe bei einem Besuch einer einheimischen Familie.

Am Dienstag Morgen fliegen wir zurueck nach Europa, am Mittwoch Morgen warden wir in Genf sein. Wir freuen uns, nach all den Erlebnissen wieder auf unser Zuhause und unserer Leute.

Galapagos - ein Blick ins Paradies

geschrieben von verenahugo | 1 Okt, 2007

8 Tage sind wir mit 14 andern Leuten und 7 Crew-Mitgliedern auf einem kleinen Schiff und kreuzen in der Inselwelt, 1000 km vor Ecuador, im Pazifik. Unwahrscheinlich schoene, beglueckende Momente erleben wir in dieser Zeit: Immer wieder landen wir vom Schiff aus mit einem kleinen Motorboot an den Kuesten der verschiedenen Inseln, manchmal ist es eine Dry Landing, oft eine Wet Landing, d.h. wir muessen im Wasser aussteigen um an den Strand zu gehen. Den Tieren kommen wir ganz nahe: die Wasser- und Landleguane muessen wir gut beachten, damit wir nicht auf sie treten. Die Seeloewen tummeln sich mit uns am Strand oder spielen mit uns im Wasser. Eine vielfaeltige Vogelwelt koennen wir von nahe beobachten: lustige Blaufusstoelpel, nestende Pelikane, kleine Kanarienvoegel, Fregattenvoegel mit einem grossen, roten Kehlsack...., um einige Beispiele zu nennen.

Im Wasser hat es bunte Fische, grosse Wasserschildkroeten, und Verena (die Mutige) trifft beim Schnorcheln (mit Neoprem) auf Rochenschwaerme und Galapagoshaie.

Daneben diese phaenomenale Insellandschaft vulkanischen Ursprungs; manche Inseln bestehen wirklich nur aus Lava mit einigen Straeuchern oder grossen Kakteen, haben senkrecht abfallende Klippen mit Hunderten von nestenden Voegeln. Das Rotschwarz der Lava und das Weiss der Federn gibt eine wunderbare Farbkombination.

Wir haben einen kompetenten Fuehrer. Er erklaert viel ueber Herkunft, Nahrung, Brueten und Lebensweise der Tiere. Auf dem Schiff werden wir von einem tollen Koch verwoehnt, von der restlichen Crew gut bedient. Das Schiff ist eng, die Kabine etwa so gross wie unser Badezimmer. Oft verschieben wir uns nachts zu einer andern Insel. Die See ist rauh, hoher Wellengang. Der Gang zur Toilette, die zur Kabine gehoert, wird zum Seiltanz. In der ersten solchen Nacht ist es uns am Morgen uebel, Hugo ist an der Grenze zum K... . Erfahrung macht klug: Vor der naechsten solchen Fahrt nehmen wir Medikamente gegen Seekrankheit. Das wirkt, wir schlafen gut, auch wenn die Schifffahrt 8 Std. dauert.

Nicht immer ist das Wetter sonnig, dann wird es kalt, ein frischer Wind blaest.Mit der Zeit ist alles feucht, salzig und sandig. Wir ueberqueren 2 x den Aequator.

Seit etwas mehr als 5 Std. sind wir wieder in Quito, nach einem knapp 3-std. Flug. Jetzt schwankt hier der Boden, das Trottoir, das Bett, die Computertastatur. Das Gleichgewichtsorgan hat sich an den hohen Wellengang gewohnt.

Morgen Montag fliegen wir in den Dschungel. Das ist der letzte Hoehepunkt unserer Reise.

Zwei mal drei Tage La Paz - Gegensaetze

geschrieben von verenahugo | 20 Sep, 2007

Die hoechste Hauptstadt der Welt liegt in einem Kessel. Unten 3600 m ue M, oben 4000. Oben liegt wie eine Vorstadt "EL Alto" mit knapp 2 Mio Einwohnern. Dort ist auch der Flughafen, der hoechstgelegene der Welt. Er braucht eine Pistenlaenge von 5 km, wegen der Hoehe. Die armen Leute wohnen dort oben und an den Haengen des Kessels. Entsprechend sind die Behausungen. Je tiefer man kommt, desto wohlhabender sind die BewohnerInnen. Dort, wo der Fluss abfliesst stehen die Villen. - Alles umgekehrt als in der Schweiz (Biel - Beaumont, Bern - Spiegel).

Tiwanaku, so heisst eine Hochkultur vor den Inkas. Ein riesiges Ruinenfeld steht ca. 70 m von La Paz entfernt. Einige Kopien von Stelen und Figuren stehen in einem Kreisel mitten in der Stadt, gleich angrenzend dahinter steht das hoechstgelegene Fussballstadion der Welt fuer 55 000 ZuschauerInnen.

In den Vororten und im indigenen Quartier arbeiten die Handwerker auf der Strasse (Automechaniker, Spengler, Sattler, usw.). Lebensmittel, Fruechte, Gemuese, taegliche Gebrauchsartikel werden auf dem Gehsteig und der Strasse ausgelegt und angeboten. Am Prado, der Hauptstrasse, sind alle Weltmarken in modernsten Gebaeuden vertreten. In einer Bijouterie entdecken wir die "Swiss Military Watch" - Gruss an Roberto und die Hanowa!!

Abfall: Die Vororte ersticken im Abfall. Freie Felder und Luecken zwischen Gebaeuden sind uebersaet mit leeren Plastiktueten. In der Stadt: Die Hauptstrassen werden staendig gewischt, ebenso die Gehsteige, von Frauen, die Mundtuecher zum Schutz gegen die Abgase trage. Zu welchem Lohn machen sie diese Arbeit?

Geld: Die Kreditkarte wird nur selten akzeptiert, so brauchen wir oft Bargeld fuer Ausfluege, Essen, usw. Ca. alle 2 Tage muessen wir zum Geldautomaten und beziehen dort den angegebenen Hoechstbetrag, 600 oder 800 Bolivianos (: 5 = sfr). Das entspricht ungefaehr dem Monatslohn eines bolivianischen Busfahrers! Kommt dazu, dass das Land eine Arbeitslosenquote von ca 50% hat.

Das sind einige La Paz-Betrachtungen. Morgen Freitag fliegen wir nach Quito, Ecuador. Von dort geht es auf die Galapagos und spaeter noch auf eine Dschungeltour. Wie oft uns eine Internetstation zur Verfuegung steht, wissen wir nicht. Vielleicht muesst ihr lange Geduld ueben bis zum naechsten Bericht.

La Paz - eine pulsierende Stadt

geschrieben von verenahugo | 20 Sep, 2007

Wunderschoen, ohne festes Programm durch die Stadt zu bummeln, zu beobachten, zu entdecken.

Ueber Mittag ist Demo auf der Hauptstrasse im Zentrum. Spruchbaender verlangen Altersvorsorge. Hier hat das fast niemand und es wird uns erklaert, dass immer wieder andere Berufsgruppen demonstrieren, am liebsten zur Hauptverkehrszeit. Viel Polizei ist da, die den Verkehr umleitet. Die Demonstrierenden werden von ihr nicht bedroht. Ein oeffentlicher Bus wendet und sucht sich eine andere Strasse!

Gegen Abend beobachten wir Vorbereitungen in einem Museum. Auf unsere Frage heisst es: Ja, es ist Musik und Tanz von 3 indigenen Gruppen aus den Anden heute Abend. - Duerfen wir da kommen? - Nach einigen Abklaerungen heisst es: ja. Der Anlass ist von NGO's organisiert (1x im Jahr). Wir sind die einyigen Touristen und werden herzlich begruesst. Nach 3 Tanzvorfuehrungen in den wunderschoenen Kostuemen (die Frauen tanzen und die Maenner spielen Holzblasinstrumente und Trommeln) werden wir in den Tanz einbezogen. Ca. 1/2 Stunde wird weitergetanzt, Paar- und Kreistanz. Wir geniessen die temperamentvollen PartnerInnen und die froehliche Stimmung. Wir werden hezlich verabschiedet.

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Silberstadt - weisse Stadt

geschrieben von verenahugo | 17 Sep, 2007

Potosi liegt auf 4000m Hoehe. Es ist die Stadt mit dem Cerro Rico, dem reichen Berg. Wer Potosi besucht, fuer den/die scheint es ein Muss, in die Silberminen zu gehen. Wir meinen zuerst, nicht muessen zu muessen, dann gehen wir trotzdem. Ein Fuehrer mit uns zwei, fast 2 Stunden in den Minen: enge, niedrige Stollen (wie oft schlagen wir den Kopf bzw. den Helm an?), Staub, teilweise aetzende Gase, zweimal gehen wir auf allen Vieren. Bergarbeiter, die uns begegnen oder ueberholen, alle einen Klumpen Cocablaetter in den Backen, Grubenwagen (eine Tonne) werden geschoben, Material geschaufelt, ab und zu ein dumpfer Knall einer Sprengung – alles in allem eine eindrueckliche Grenzerfahrung. Unter schwierigsten Bedingungen (Staub, giftige Gase, gebueckte Haltung, Schwerarbeit) schuften Leute hier zu geringem Lohn. Bolivien ist reich an Bodenschaetzen und trotzdem ein armes Land. Welche Rolle spielen wir Europaeer?

3 Tage Sucre: Die Stadt hat ein angenehmes Klima, das ist nach dem kalten Potosi erholsam. Viele wunderschoene, weisse Kolonialgebaeude, Palaeste und Kirchen gefallen uns. Die Stadt ist sauber und laedt zum Bummeln ein. Im Museum Casa de la Libertad erfahren wir viel ueber Boliviens bewegte Geschichte. Wir verstehen jetzt besser, weshalb Sucre im Moment kaempft, den Regierungssitz zurueck zu haben: Der Befreiungskrieg gegen die spanische Krone dauerte 16 Jahre. Simon Bolivar war der grosse Befreiungsheld. 1825 wurde in Sucre die Unabhaengigkeit ausgerufen und Sucre wurde Hauptstadt. Nach einem schlimmen Bruderkrieg verlor Sucre 1899 den Regierungssitz an La Paz. Zur Zeit entsteht fuer Bolivien eine neue Verfassung, ein Grund mehr, dass sich Sucre, das immer noch Hauptstadt ist, wieder fuer den Regierungssitz wehrt. Von Studentenunruhen, Demos und Hungerstreiks hoerten wir bereits in La Paz.

Morgen Montag fahren wir mit dem Nachtbus (Schlafsitze) zurueck nach La Paz – eine neue Erfahrung. Es gibt keine andere Reisemoeglichkeit, sonst muessten wir fliegen.

Es geht uns gut. Dank Verenas Spanischkenntnissen ergeben sich gute Kontakte zu den Einheimischen. Sie erzaehlen gerne aus ihrem Leben.

Salzsee - Lagunen - Flamingos

geschrieben von verenahugo | 12 Sep, 2007

Nach 3 Tagen Wuestentour sind wir wieder an einem Ort mit Internet. Wir waren 3 Tage in La Paz (davon spaeter, wenn wir noch einmal dort sind) und reisten mit Bus und Zug nach Uyuni.

Von U. aus machen wir eine Tour in den Salar de Uyuni und die Lagunen (Seen) im Suedwesten von Bolivien. Davon einige Eindruecke:

Vorerst fahren wir in diese Salzflaeche, mit 12 000 km2 (3/10 der CH) die groesste der Welt. Ein grossartiges Erlebnis, mitten in diesem gleissenden Weiss zu sein. Das Salz wird zum Teil abgebaut, ein grosser Teil davon getrocknet, gemahlen und als Speisesalz verwertet. Auf einer “Insel” mitten im Salzsee treffen wir riesige Kakteen, 12m hoch, 1200 J alt. Die Aussicht vom Gipfel der Insel ist grossartig.

Die erste Nacht auf der Tour verbringen wir in einem Gebirgsdorf; Schlafsaal, primitive Toilette. Wir reisen mit einem Driver, einer Koechin, 6 TouristInnen, 4x4 Toyota.

Am 2. Tag (Sonntag) geht die Fahrt durchs Gebirge, bachbettartige Strassen. Am spaeten Vormittag kommen wir zu den Lagunen: farbiges Wasser, je nach Mineralgehalt blau, gruen, rosa, rotbraun, weisse Salzkrusten am Rand, Hunderte von Flamingos, die im Wasser Nahrung suchen – wunderbare Bilder. Dazwischen treffen wir auf Felsentaeler mit bizarren Felsformen. Um 16 h sind wir an der Laguna Colorado, auf 4280 m, ein 60 km2 grosser Salzsee mit rotem Wasser, weissem Salz, Flamingos – ueberwaeltigend. Hier uebernachten wir, noch primitiver als zuvor.

Am 3. Tag geht es um 6.15 h los. Die Autoscheiben sind gefroren. Wir ueberqueren 4900 m, bald darauf Geysire, kurz danach Thermalquellen. Wir baden um 8 h. Dann kommen wir zur letzten Lagune, L Verde: Plankton und Mineralien machen das Wasser gruen – unbeschreiblich.

Wir sind ganz nahe an der chilenischen Grenze. Jetzt kommt die lange Rueckfahrt nach Uyuni. Um 18 h sind wir im Hotel – wunderbar, warm zu duschen.

Heute Dienstag erreichen wir Potosi, nach einer spektakulaeren Busfahrt, wieder ueber Schotterpiste. Es ist die hoechstgelegene Grossstadt der Welt, 160 000 E auf 4000 m – Silberstadt. Morgen besuchen wir eine Mine.

Titicacasee

geschrieben von verenahugo | 4 Sep, 2007

Liebe Blog – LerseriInnen

Vielen Dank fuer eure Berichte, auch fuer die auf uniere peraoenlichen e-mail Adressen. Schlimm, die Ueberschwemmungen. Wir hoffen mit euch, dass der Regen endlich aufhoert.

Unser Wasser ist schoen und nicht bedrohlich. Der Titicacasee ist der hoechste schiffbare See der Welt auf 3800m, 13 mal so gross, wie der Bodensee. Um ihn zu erfahren, muesse man seine Inseln besuchen, lessen wir in unserem Fuehrer. Das haben wir nun eine Woche ausgiebig gemacht, zuerst von Peru aus und nun in Bolivien:

In Puno fuehrt un seine Tour auf die schwimmenden Schilfinseln. Dort erhalten wir u. a. eine perfekte Demonstration mit allem Material, wie eine solche Insel gebaut wird (Schilfwurzeln und Schilf), wie die Haeuser, Kuechen und Schiffe aus Schilf gefertigt werden. Diese « Auffuehrung » ueberwindet alle Sprachgrenzen. Die Uros leben schon seit 1000 v. Chr. Auf ihren Inseln.

Nach dieser eindruecklichen Begegnung faehrt unser Schiff auf die Insel Amantani, zu einem der 8 Doerfer. Dort warden wir einer Familie zugeteilt, bei der wir 3 Mahrzeiten erhalten und uebernachten koennen. Der Hoehepunkt kommt nach dem Nachtessen: Wir erhalten von unserer Gastfamilie die einheimische Bekleidung: Verena einen weiten Jupe, bestickte Bluse und Schal, Hugo Poncho und Kappe. Nun versammelt sich das ganze Dorf in einem Raum, eine Livemusik spielt suedamerikanische Melodien und die Frauen und Maenner holen uns TouristInnen zum Tanzen. Mehr als eine Stunde lang tanzen, lachen und staunen wir. Nach einem herzlichen “gute Nacht” gehen alle schlafen. Wir staunen, mit wie wenig Aufwand diese Menschen ein Fest machen koennen.

Auf Taquile, der naechsten Insel, spinnen, weben und sticken nicht nur die Frauen wunderschoen, sondern es ist ein alter Brauch, dass die Maenner stricken, Kleider fuer sich und ihre Frauen. Besonders wichtig ist das stricken der Muetze. Der Schwiegervater prueft zuerst die Feinheit der Muetze, bevor er entscheidet, ob er seine Tochter dem Mann anvertrauen will.

Von Copacabana aus besuchen wir die Sonneninsel. Hier ist fuer die Inkas (und auch fuer die heutige indigene Bevoelkerung) der Schoepfungsbeginn. Nach Fluten und Dunkelheit zeigte sich hier erstmals die Sonne (ein tiefer Einschnitt in einem Felsen). Danach wurden hier der Goettervater und die Goettinmutter der Inkas geboren.

Ueber die Krete der ganzen Insel wurde ein Wanderweg gebaut, den wir nun geniessen. Von vielen Stellen aus sieht man den See auf allen vier Seiten. Die Landschaft, der wechselnden Farben des Wassers, die immer neuen Stimmungen – wunderschoen. Hier uebernachten wir erstmals auf 4000m Hoehe.

Auf der Mondinsel sehen wir einen Tempel, in dem Priesterinnen die Verbindung mit dem Mond, den Gestirnen und den geistigen Kraeften hatten.

Alle Inseln sind verkehrsfrei. Lasten warden von Menschen oder Tieren getragen. Wir geniessen die Ruhe und die gute Luft.

Und zum Schluss noch ein Erlebnis von Cocacabana (Welch einklingender Name). Wir steigen zu einem Inkator hoch, natuerlich wieder ueber 4000m. Obschon die Hoehendifferenz nicht gross ist, rast der Puls. Die Menschen hier steigen aber wie Gemsen hoch, oft noch mit grossen Lasten beladen. Oben angekommen sehen wire in kleines Loch. Dort scheint am 21. Juni morgens um 8h die Sonne hindurch auf das imposante Inkator. Wenn das Wetter gut ist und man die Sonne sieht, gibt es ein gutes Jahr fuer die Landwirtschaft. Zu diesem Ereignis steigt die ganze Bevoelderung hoch. Wieder der 21. Juni, dabei ist das ja hier der kuerzeste Tag. Staunen, staunen, staunen.

10 Stunden Bahnfahrt - Grosskinder

geschrieben von verenahugo | 29 Aug, 2007

Um 8 Uhr morgens faehrt der Zug in Puno ab. Wir sitzen in einem Backpacker - Viererabteil und sind allein - sehr komfortabel. Eine solche Bahnreise entspricht genau dem Gusto von Hugo als Eisenbahnfan und Verena, die gerne Landschaften bewundert. Vorerst fahren wir durch ein enges Gebirgstal mit einem rauschenden Fluss. Ueberall hat es Bauern, terrassierte Felder, Viehherden und kuenstliche Wasserlaeufe. Ab und zu gruessen auch Schneeberge. Das sind fuer uns wunderbare, eindrueckliche Bilder.

Nach 5 Stunden sind wir auf einer Art Passhoehe. Ertmals haelt der Zug fuer 10 Min. an. Auf einem indigenen Markt kaufen wir Fruechte und Getraenke. Dann geht es weiter ueber ein Hochmoor, es hat kleine Baeche. Bald werden diese Rinnsale zu einem Fluss, der jetzt Richtung Titicacasee fliesst. Der Zug ueberquert ihn einige Male. Wir sind in einer Hochebene, dem Altiplano. Um 16 Uhr faehrt der Zug in Juliaca ein. Im Schritttempo, staendig hornend, tuckert er mitten durch die Stadt. Links und rechts stehen Marktstaende, kaum einen Meter vom Geleise entfernt. Alteisen wird verkauft: Auto- und Motorradersatzteile.

Nach Juliaca sehen wir wieder eine fruchtbare Ebene mit gepflegten Feldern. Um 17.30 Uhr sind wir am Titicacasee, vorerst an einem unendlichen Schilfufer. Spaeter kommen wir in die Bucht von Puno, der Vollmond macht mit seinem Licht eine Bahn ueber den Seespiegel. Um 18 Uhr sind wir in Puno, 365km in 10 Std., das Tempo war manchmal so, dass klaeffende Hunde mit dem Zug mithalten konnten.

Heute ist ein Faulenzertag: Wir organisieren die naechsten Tage. Dann fragen wir nach dem Weg zum Kondoraussichtspunkt. Ein Polizeiauto nimmt uns halbwegs mit, die lange Treppe ersteigen wir keuchend, auf fast 4000m u.M.

Wir haben Laengizity nach den Grosskindern und tetefonieren. Oliver, Kindergaerteler, nimmt ab und ruft: "Si telefoniere us Suedamerika!" Yannick fragt den Opa: "Wenn choemet dir wider zu ues?"

Ab Morgen sind wir fuer 2 oder 3 Tage auf den Inseln des Sees. Wir uebernachten dort bei einer Familie.

In der Mitte eines Weltreichs

geschrieben von verenahugo | 27 Aug, 2007

Die meisten von uns besuchen irgendwann eine solche Mitte: Rom, Paris, New York, Athen, Peking.... . Cusco war ein solches Zentrum im 15. Jh, Machu Picchu das spirituelle, kuenstlerische und wissenschaftliche Zentrum des Inkareichs.Wir sind beeindruckt: 400 m ueber dem schluchtartigen Tal, auf einer Hoehe von knapp 3000 m, liegt diese Kultstaette. Der Sonnentempel ist die spirituelle Mitte. Hier scheint die Sonne am 21. Juni durch ein Loch einer Mauer genau ins Zentrum des Tempels. Chartres und Elm lassen gruessen. 3 Tiere sind neben der Sonne die wichtigsten Traeger der Spiritualitaet: der Kondor (Himmel), der Puma (Erde) und die Schlange (Unterwelt). - Trinitaet vor der christlichen Eroberung. Ein landwirtschaftliches Zentrum erforscht, welche Produkte auf welcher Hoehe am besten gedeihen - wie bei uns die entsprechenden Schulen in Zollikofen, Oeschberg, Waedenswil. Die Inkas kannten 25 Getreidesorten, die Kartoffeln wachsen am besten ueber 3000 m u M. Dank der hohen Baukunst der Inkas sind ihre Gebaeude erdbebensicher: die Steine werden ohne Moertel geschichtet, mit Fundamenten verfugt und mit Neigung gebaut, dass sie nicht einstuerzen koennen. Das ist umso eindruecklicher nach der Katasrophe vor 10 Tagen.

Das alles sind nur ein paar Gedanken von dem, was uns bewegt. Wir verbringen 2 Tage auf M P, spueren so auch besser die Kraft und Ausstrahlung dieses Ortes. Am 2. Besuchstag sind wir bereits um 5.30 h auf dem Bus nach oben fuer den Sonnenaufgang. Die Sonne macht sich rar, die Stimmung ist trotzdem besonders, mystisch. Wir vertiefen unsere Eindruecke, sitzen lange auf einem Aussichtspunkt. Dann besteigen wir den Waina Picchu. Dieser Berg steht auf dem klassichen M P - Bild im Hintergrund rechts. Wir sind fast die aeltesten TeilnehmerInnen, schaffen den Aufstieg zuegig dank Training und Trick (Ruth Kretschmer Turnstudio, Riederalp Hoehentraining und Cocablaetter).

Heute Sonntag sind wir in Cusco: Eine Parade zu Ehren der hl Rosa findet statt. Viel Blechmusik, ein Umzug mit allen Institutionen, Vereinen, Schulen, 2 Fahnenaufzuege und der Nationalhymne - die Peruaner stehen auf und singen mit.

Morgen Montag fahren wir mit dem Zug nach Puno - Vollmond am Titicacasee.

El Condor pasa

geschrieben von verenahugo | 20 Aug, 2007

Wir sind noch unter dem Eindruck des Erdbebens vom letzten Mittwoch. Wir spueren noch die Wellen unter uns und sehen das Schwanken der hohen Gebaeude, hoeren das Aechzen und Knacken. Wir staunen immer noch, dass diese hohen Gebaeude das aushielten.Und wir sind unendlich dankbar fuer die Bewahrung. Auch fuer die Bewahrung dieser 9 Millionen Stadt. Bei jeder Begegnung ist das Beben das Gespraechsthema: Wo wart ihr? Und wir fragen zurueck und hoeren von den Aengsten.

Das Ausmass der Katastrophe wird uns erst in den naechsten Tagen bewusst. Als wir euch mailten, wussten wir durch das Fernsehen von 2 und 8 Toten in Ica und Pisco. Doch als wir am naechsten Morgen unsere Busreise in den Sueden buchen wollen, gibt uns der Hotelangestellte die Zeitung und sagt, dass Reisen in den Sueden nicht moeglich sind, die Strasse ist an vielen Orten zerstoert. Ja, und in der Zeitung lesen wir dann von der schrecklichen Zerstoerung, die das Erdbeben verursacht hat. wir sind sehr betroffen und fuer unsere Bewahrung unendlich dankbar.

Es geht nun nicht anders, als in den Sueden zu fliegen. Wir buchen einen Flug nach Arequipa und eine 2-Tagestour in den Colca-Canon, diesem doppelt so tiefen Canon als der Grand Canon. Dort soll man auch den Koenig der Luefte, den Kondor sehen. Was wir beim Buchen nicht realisieren: Die Tour fuehrt von Arequipa aus ueber einen 4912 m hohen Pass! Nun, es gibt Cocatee und Cocablaetter zum Kauen, sie sind "gruusig", aber sie helfen und wir koennen die Tour geniessen.

Die Anden faszinieren uns mit ihrer Kargheit, den tiefen Taelern und der ungeheuren Ausdehnung. Auf dem Altiplano treffen wir die Kamele von Suedamerika: Alpacas und Lamas, die mit den Indigenen leben und deren Wolle sie verarbeiten. Auch die Vicunas sind eine Kamelsorte. Sie leben wild und ihre Wolle ist noch viel kostbarer. Sie huepfen davon wie Gazellen.

Aber nun zum Hoehepunkt der Tour: Der Kondor gibt uns die Ehre. Nicht einer, sondern ein Dutzend Tiere mit der Fluegelspannweite von 3.20m segeln im Aufwind des Canons, oft wenige Meter ueber unsern Koepfen. El Condor pasa - das beruehmte Volkslied, wird fuer uns Realitaet.

Es geht uns gut und wir fahren morgen Dienstag mit dem Bus nach Cusco.

Vielen Dank fuer eure Anteilnahme und fuer eure Antworten.

Erdbeben

geschrieben von verenahugo | 16 Aug, 2007

Wir sind noch ganz unter dem Eindruck dieses erstmaligen Erlebnisses. Mitten auf einer Kreuzung, umgeben von sehr hohen Haeusern, scheint uns ploetzlich der Boden sehr elastisch. Doch erst als uns Leute beim Betreten eines Hauses hindern, realisieren wir die Erdstoesse! Mit vielen andern Menschen stehen wir mitten auf der Kreuzung, der Verkehr steht still und wir alle schauen besorgt nach oben. Immer wieder bewegt sich die Erde unter uns und wir fuehlen uns ohnmaechtig. Noch lange nachher stehen die Leute auf der Strasse, z. T. mit ihren schlafenden Kindern. Mehrmals wird uns erklaert, dass es bei frueheren Beben Nachbeben gegeben hat. Im Gegensatz zu Ica und Pisco sind "wir" in Lima mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber die Unsicherheit war spuerbar: Was macht man in einer Grossstadt von 9 Millionen Einwohnern, wenn das Beben schlimmer wird?<BR><BR>

Wir haben die lange Reise gut ueberstanden, nicht zuletzt wegen der liebenswuerdigen Peruanerin neben Verena. Nach einer erholsamen Nacht besuchten wir heute die Plaza Mayor mit der Kathedrale und bestaunten die Wachabloesung vor dem Praesidentenpalast, die mit viel Blechmusik begleitet war. Im Museo de Nation staunten wir ueber die wunderschoen ausgestellten Stelen, Keramiken, Fresken, gewobenen Stoffen ... der fruehen Kulturen von Peru.

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Hurrah!

geschrieben von verenahugo | 10 Aug, 2007
Das Probepacken ist gelungen. Es hat nicht nur alles Platz in den beiden Rucksäcken (und noch etwas Reserve - Raum), sie sind auch tragbar mit 12 und 13 kg. Ich bin sehr erleichtert. Beim Zusammentragen dachte ich immer: Das passt nie in einen Rucksack!

Vorbereiten

geschrieben von verenahugo | 7 Aug, 2007
Seit einigen Tagen sind wir am Packen, Vorbereiten, Sachen Regeln, usw. Wir lesen auch viel in den Reiseführern und machen uns Pläne, welche Orte wir in der Zeit, die noch nicht verplant ist, besuchen wollen.
Ganz so ruhig wie vor ein paar Wochen sind wir nicht mehr. Unsere Gedanken sind häufig schon auf der Reise oder eben beim Packen. Haben wir an alles gedacht? Reicht der Packraum in unseren Macpacs?
Heute in einer Woche sind wir bereits in der Luft. Wir fliegen am 14. 8. um 7 Uhr ab Genf über Amsterdam nach Lima, mit KLM.